Loch Ness, Glencoe

Ab durch die Highlands. Dazu Volksmusik, regen prasselt auf das Dach, es ist wohlig warm im Bus. Wir überqueren diverse Brücken, sowohl die Pflanzen wie auch der Boden ist braun, rot. Ab und zu entdeckt man ein Schaf, ein Reh oder eine wilde Ziege. Von Zeit zu Zeit zieht man an einem kleinen Dorf vorbei. Der Regen ist mal stärker und mal schwächer, der Nebel hängt auf den Berggipfel, man kann die Höhe der Berge nicht mal erahnen, sind sie überhaupt da? Eines wird ganz klar: Der Herbst ist eine wunderbare Jahreszeit um Schottland zu bereisen. Sobald die Sonne ein kleines bisschen nach vorne kommt, erstrahlen die Farben und alles erleuchtet wundervoll herrlich! Wenn man über diese Berge und Hügel fährt, fühlt man nur eines: Freiheit.

Bereits um acht Uhr beginnt die Fahrt mit Rabbies. Unser Fahrer ist Dave O. Der Bus ist schnell voll, nur 16 Personen sind mit dabei, sagen sie zumindest im Magazin. Und tatsächlich, das ist auch so, allerdings fahren einfach neun Busse. So ist das. Auch ein paar meiner Schulfreunde sind mit dabei, Eva, Marie und Sven machen die Tour gemeinsam mit uns. Es geht los, zuerst geht es aus Edinburgh an den drei Brücken vorbei. Der erste Halt ist einem kleinen Dorf. Wir kaufen und ein paar Sandwiches und müssen bereits wieder zurück zum Bus. Ein kurzer Stopp beim Stausee (Laggan Dam, 1934).

Der nächste Halt ist Loch Ness, der Ort von dem man sich immer gewünscht hat, ihn einmal zu sehen! Der See Loch Ness ist 230m tief, 37km lang und Schottlands grösster See. (Und natürlich weltbekannt wegen seines Monsters). Wahnsinn, wenn die Träume einer nach dem Anderen in Erfüllung gehen. Wir besteigen das Touristenboot mit vielen anderen Touristen. Es geht los, der Kapitän fährt ab und wir befinden uns nach kurzer Zeit Mitten auf dem Loch Ness. Wobei in Schottland ‚Loch‘ für Lake steht. Rund herum unberührte Natur, kein Monster in Sicht. Das Boot fährt am Ufer entlang. Wir entdecken ein paar wilde Ziegen. Die Blätter erstrahlen in allen möglichen Herbstfarben, der Himmel ist bedeckt. Dann drehen wir, es geht bereits wieder zurück, immer noch kein Monster gesehen. Ein wenig enttäuscht fahren wir zurück ans Land. War es das wert, die ganze Fahrt von Edinburgh hierher nur um einmal mit dem Boot auf dem See zu fahren? Ich lasse die Frage mal offen… denn zu diesem Zeitpunkt würde ich sagen; nein. Aber es kommt zum Glück noch tausendmal Besser.

Auf dem Rückweg überqueren wir Glencoe. Wow! Da fühlte ich mich wieder wie damals in Irland. Zuhause. Was ist das für eine wunderschöne und unberührte Landschaft! Das ist als würde einem das Herz aufgehen und pures Glück hinein strömen. Ich sehe ein wunderschönes Fotomotiv am Anderen aber kann nicht anhalten, geschweige denn Fotos machen, da wir auf einer Tour sind und der Bus getönte Scheiben hat! (Wtf!).

Draussen wird es langsam dunkel, mal regnet es, mal nicht und wir fahren zurück nach Edinburgh. Wir machen einen kurzen Halt am Glencoe Woodland Walk (der 30 min gehen würde und bestimmt wunderschön ist). Die Zeit reicht gerade mal für einen Kaffee, dann geht es bereits weiter.

Am See Loch Lubnaig halten wir kurz, es ist inzwischen dunkel, nach kurzem Beineausschütteln geht’s bereits wieder weiter. Der ganze Bus schläft, ich nehme mir die Zeit, endlich wieder einmal Blog zu schreiben.

Vorbei am Monument zu Ehren von William Wallace. Dann sind wir zurück in Edinburgh, 12h später und viele Eindrücke reicher. Wir gehen in ein Restaurant und schliessen den Tag mit einem Glas Wein ab. Es war ein schöner Tag und eines scheint mir jetzt vollkommen klar zu sein: Ich muss hier nochmals hin, aber ohne Tour, sondern mit einem Auto. Wo man immer und immer und immer wieder anhalten und geniessen kann! Und: Der Typ der Die Legende um Loch Ness erfunden hat, war ein Marketing-Genie.

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