Nara

Nara, Naramachi, Nara Park, Kasuga-Taisha Schrein, Todai-ji Tempel

Heute wollten wir es gemütlich angehen. Auch der Tag soll entspannend sein. Na dann auf nach Nara sagten wir uns, ein wenig ins Grüne. Nara liegt östlich von Osaka und ist Präfäkturhauptstadt der gleichnamigen Provinz. Auch schon in der Vergangenheit, genauer 710 – 784, nahm Nara eine Zeit lang eine wichtige, nämlich, jene Rolle der Landeshauptstadt ein. Viele historische Bauten und Tempel zeugen aus dieser Zeit. Zwei dieser namhaften religiösen Stätten liegen im Narapark, eine 4x2km grosse Grünfläche im Osten der Stadt. Dieser Park beheimatet den Botanischen Garten und auch ca. 1200 Sikahirsche. Da extrem viele Besucher sich das Jahr über in den Park begeben werden den Tieren jeweils sonntags im Oktober die Geweihe geschnitten. Wie schon auf Miyajima Island sind diese Tiere alles andere als Menschenscheu, da sie so ziemlich von allen Besuchern, mit vor Ort erhältlichem Futter, gefüttert werden!

Am Bahnhof Nara angekommen deckten wir uns, da es doch schon wieder 1 Uhr am Mittag war, mit Brötchen ein, um diese auf dem Weg oder im Park zu essen. Um in den Park zu kommen schlenderten wir erst durch Naramachi, der Altstadt Naras. Erst sah es aus, als ob wir uns verlaufen hätten, doch auf einmal sahen wir doch noch die alten, dunklen Holzfassaden, welche beide Strassenseiten säumten. In den altehrwürdigen, meist einstöckigen Häuschen sind Souvenirläden oder Tee Boutiquen zu finden. Wie auch schon in Kyoto gesehen, stehen vor den meisten solchen Holzbauten ein Eimer gefüllt mit Wasser, für alle Fälle oder gar aus Erfahrung. In Kyoto haben wir regelmässig die Feuerwehrbusse mit Blaulicht gesehen, die irgendetwas über ihre zwei Megaphone auf dem Dach auf die Strassen propagierten. Ich habe in einem Reiseführer gelesen, dass dies rein präventiv sei und die Leute so regelmässig an die Feuergefahr erinnert würden. In verschiedenen Berichten über historische Stätten liest man auch, wieviele Male ein Vorgängertempel schon bis auf die Fundamente niedergebrannt sei, und das nicht zu selten!

Von Naramachi aus ging es in Richtung Kasuga Taisha Schrein am östlichen Ende des Parkes. Kaum zwei drei Schritte getan, sahen wir schon etliche Hirsche, Rehe und Kitze und jeweils Japaner drum geschart zur Dokumentation.

Der letzte Abschnitt des Weges zum Schrein war von mehreren hundert Steinlaternen gesäumt und gab im Wald, bei teils durchdringendem Sonnenlicht, eine wundervolle, friedliche Szenerie her.

Zwischendurch blickte uns, nach Futter bettelnd, ein Rehkopf durch die Laternen an. Beim Schrein angekommen, berieten wir kurz ob wir dann auch die 500 Yen Eintritt bezahlen sollten, um den Schrein von Innen zu sehen. Wir waren uns einig, dass es uns wert ist, bezahlten und gingen hinein. Der Schrein präsentierte sich in der gewohnten Vermilion Farbe (Orange). Die überdachten Gänge zu den verschiedenen Schreinen wurden von, tausenden, aufgehängten, kopfgrossen Kupfer- und Messinglaternen verziert, was speziell hervorzuheben ist und uns erfreute. Verehrt wurden u.a. auch, wie könnte es auch anders sein, die Hirsche, als direkte Boten der göttlichen Weisheit.

Nach dem Kasuga Taisha Schrein liefen wir weiter ein Stück im Wald und danach durch historisch anmutende Gassen zum Todai-ji Tempel. Wir mussten uns ein wenig beeilen, da die meisten solcher Stätten im Herbst bereits um 16:30-17:00 Uhr schliessen.

Der Todai-ji Tempel wird eines weiteren (wie auch der Hongan-ji Tempel in Kyoto) als grösste Holzkonstruktion der Welt angepriesen. Wenn ich jetzt vergleichen und werten müsste, ist der kyoter Tempel grösser in länge und breite, dieser jedoch höher. Sei es drum beide sind riesige und einschüchternde Holzkonstruktionen und versetzten uns ins Staunen!

Im Inneren dieses Tempels sitzt in der Mitte eine 16m hohe Bronze-Buddha Statue aus mehreren hundert Tonnen Bronze auf einer riesigen Lotusblüte ebenfalls aus Bronze. Jeweils links und rechts davon noch zwei kleinere golden glänzende Buddhas, nur halb so gross und im hinteren Teil nochmals zwei Beschützer Buddhas genannt Kamokuten und Tamonten, aus einem Stück Holz geschnitzt, aus der Edo Epoche.

Nach diesem Lauf- und Geschichtsintensiven Tag geht es für uns zurück zum Bahnhof und schnurstracks nach Osaka zurück und in unser OneMoreHeart Hostel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.