Jeju, Jejudo Island

Jeju? Was ist das? Fast niemand in Europa kennt die wundervolle Vulkaninsel Südwestlich vom Südkorea. Dabei ist sie in den Sommerferien das Lieblingsziel vieler Chinesen und Koreaner und die grösste Insel von Korea. Das Hawaii Südkoreas wird es auch genannt. Jeju gehört zu den ’new 7 wonders of nature‘ und ist 90% mit Basalt bedeckt. Dass es hier 74 (!) verschiedene Spinnenarten gibt und 873 Arten Insekten aber nur 77 Arten Säugetiere lasse ich jetzt mal als Zwischeninfo einfach so wirken. Auch der höchste Berg in ganz Südkorea befindet sich auf dieser Insel, der Mt. Hallasan (1950 m über Meer). Wenn man sich Zeit nimmt, kann man die ganze Insel umwandern (jejuolle.org). Manchmal gibts sogar ein Wanderfestival, wo man gemeinsam zwei oder drei Strecken läuft. Tolle Sache finden wir!

Und Jeju trumpft mit ein paar UNESCO Auszeichnungen: UNESCO Biosphere Reserve (2002), UNESCO Natural Heritage Site (2007), UNESCO Global Geopark Network(2010) und UNESCO Intangible Cultural Heritage (2016).

Man könnte noch soviel mehr über Jeju schreiben und erzählen, aber beginnen wir doch erstmal mit unserem Abenteuer…

Erster Tag

Flug von Busan mach Jeju. Auch in Busan ist das Metrosystem schnell verständlich. Wir übernachten in einem Hotel in der Nähe des Flughafens (O!Happy Hotel) und lassen unser Gepäck dort, während wir nur mit dem Rucksack auf die Insel gehen. Mit der Metro gehts zum Flughafen, der Flughafen (Domestic Airport) ist recht klein, der Check-In geht superschnell und durch den Sicherheitcheck sind wir nach 5 Minuten. Zackzack. Auch der Flug dauert gerade mal 50 Minuten. Wir nehmen den Bus zum Hotel (dabei fragen wir immer die Frauen bei der Touristen Information, mit dieser Taktik sind wir im Land wo wir die Zeichen nicht verstehen, immer sehr gut durchgekommen.) Natürlich haben wir den Google Übersetzer der via Kamera die Wörter direkt übersetzt, aber man kann ja nicht das ganze Areal abscannen 🙂 Unsere neue Unterkunft in Jeju (hat Clarissa gebucht) ist klein aber fein und hat ein Einzelbett (120cm). Ups. Für die nächsten drei Tage wollen wir uns ein Motorrad mieten und um die Insel fahren. Wir machen uns direkt auf den Weg zu Lee’s Bike Shop. Um 17.25 Uhr sind wir da, (gem. Webseite hat er bis 18.30 geöffnet) der Laden ist geschlossen. Samstag bis 17 Uhr göffnet steht da. Sonntag geschlossen. Unsere Pläne sind am A(…). Eine Frau kommt mit ihrem Plüschhund um die Ecke, sie lacht und redet koreanisch mit uns während ich den weissen Hund streichle der mich am Arm ableckt. Wir machen uns auf den Rückweg, gehen einen Kaffee trinken und überlegen uns die nächsten Schritte. Wir entscheiden uns den Hallasan zu besteigen. Fünf verschiedene Routen gibt es. Wir entscheiden uns für den Yeongsil Trail und gehen nach Hause.

Zweiter Tag

Gem. Visitkorea.org fährt der Bus zum Yeongsil Trail um 9 Uhr. Wir stehen um 7 Uhr auf, packen unsere Sachen, gehen Frühstücken und Checken im neuen Hotel ein. Wie geplant stehen wir um 8.31 Uhr beim Busterminal. Wir fragen die Dame an der Info auf welchem Gate unser Bus fährt. Der sei um 8.30 Uhr abgefahren, der Nächste fahre um 9.30 Uhr. What?!?! Wieder ein wenig Pech. Wir warten eine Stunde, dann kommt der Bus. Wir fahren zum Ausgangspunkt, dort laufen wir los. Die ersten 2.5 km gehen einer Strasse entlang, man könnte sich ein Taxi nehmen für 25’000 KRW. Das Geld sparen wir uns! Nach dem ersten Kilometer habe ich bereits eine Blase am Fersen. Ich habe die falschen Socken an. F(…). Plötzlich raschelt es im Busch. ‚Beware of snakes‘ steht überall, aber das Ding da scheint definitiv grösser zu sein. Dann sehen wir die Hörner und dann den Rehbock. Wow…Wunderschön! 10 Meter vor uns! Es schaut von der anderen Strassenseite zu uns rüber. Wir laufen weiter, dann überquert es vor uns die Strasse und hüpft in den Wald hinein. Es schaut uns nochmal an und widmet sich dann dem Waldboden. Die Blase ist vergessen.

Beim Parkplatz angekommen, geht es los. Hier ist übrigens die letzte Möglichkeit auf eine Toilette. Zuerst geht es durch den Wald. Richtig schön erfrischend. Die erste Stufen kommen. Der Weg ist wirklich sehr angenehm. Es macht Spass. Dann kommen die ersten 150 aneinanderfolgenden Treppensrufen und dann geht es eigentlich immer so weiter und weiter und weiter und weiter. Irgendwann erreicht man eine Aussichtsplattform von der aus man einen wundervollen Blick über die Insel hat und über die noch kommenden Treppen. Beim hinuntergehen haben wir sie übrigens gezählt, es sind etwa 2600 Treppenstufen.

Um etwa 12 Uhr erreichten wir eine Aussichtsplattform auf der wir kurz halt machten. Jemand bot uns eine Traube an, ein Fotograf reichte uns Schokolade und drei ältere Frauen (die Bier! tranken) reichten uns zwei Mandarinen. So lieb! Ich habe gelesen, dass Koreaner untereinander in der Familie teilen, so gehörten wir sozusagen zur Wanderfamilie.

Erst als wir ganz oben angekommen sind, geht der Weg zur Abwechslung mal gerade aus über einen Holzsteg. Leider haben wir aber zuviel Zeit verloren beim Aufstieg (normalerweise hätte man 2.5h für den ganzen Trail), wir hatten noch nicht mal in der Mitte bereits die 3h Grenze überschritten. 90 Kilo auf den Hüften 2600 Treppen hochzuschleppen ist leider nicht so lockerleicht. Wir erreichen die Wasserstation, hier kann man mit frischem Quellwasser die Flasche auffüllen. Sehr erfrischend und kalt! Dann machen wir uns auf den Rückweg. Die Knie schmerzen, nach etwa einer Stunde sind wir schon unten. Auf dem Weg begegnen wir doch tatsächlich noch einer Schlange! So hat sich auch der 2.5 km lange Rückweg ohne ein Taxi gelohnt. Wir warten auf den Bus, fahren nach Hause und freuen uns auf die Dusche. Am Abend hatten wir dann solchen Hunger, dass wir wiedermal ein Korean BBQ mit Bier und Soju gönnten. Soooooooooo gut!!!!!!!!

Dritter Tag

Heute ist Montag und Lee’s Bike Shop hat wieder offen. Um neun Uhr wollen wir zu ihm und den Töff für zwei Tage mieten. Wir stehen erneut um 7 Uhr auf doch der Blick aus dem Fenster sagt: Vergiss das mal schön! Heute pisst’s den ganzen Tag!

Irgendwie will uns dieses Jeju einfach nicht richtig willkommen heissen. Das heisst, erneut muss der Plan geändert werden. Wir sind ein wenig down, natürlich haben wir auch keinen Schirm mitgenommen auf die Insel. Wir gehen frühstücken und überlegen uns den nächsten Schritt. Ab nach Seogwipo, jetzt halt mit dem Bus, anstatt wie geplant mit dem Töff. Wir entscheiden uns für den ruckeligen öffentlichen Langstreckenbus der Küste entlang (2h 40 min, Linie 202, Gate 12)(anstatt 1h 15 min, innerorts, Linie 281, Gate 5).

Das war eine gute Entscheidung, eine tolle Sache! Mit dem Bus fuhren wir der Küste entlang, was wirklich schön ist. Vorbei gehts an kleinen Dörfchen, Felsen im Meer, Felder, Strand, Wiesen und Wälder. In der Zwischenzeit hat es aufgehört zu regnen. In Seogwipo Zentrum müssen wir umsteigen und den nächsten Bus nehmen (Nr. 510) der uns zum Hafen fährt. Wir steigen bei NamGun aus und checken in unserem Hotel in Seogwipo ein (The Island Blue Hotel).

Da es erst gegen Mittag ist, beschliessen wir die nahegelegenen Cheonjiyeon Falls zu besichtigen. Dabei löst man beim Eingang ein Ticket und geht dann etwa 5 Minuten lang einem schönen Weg am Fluss entlang, bis man schliesslich den Wasserfall erreicht. Entlang des Weges sehen wir tausende lachs- und dunkelfarbige Krebse. Sie scheienen gerade erst aus dem Brackwasser gestiegen zu sein, für was auch immer. Am Wasserfall angekommen machen alle Koreaner kurz ein Selfie und gehen dann wieder raus.

Auf der Saeyeongyo Bridge liefen wir rüber zur Saeseom Island und umwanderten die Insel. Auch diese Insel ist von UNESCO geschützt.

Vierter Tag

So, heute versuchen wir es nochmals mit dem Motorrad! Um acht Uhr stehen wir auf, machen uns einen Instant-Coffee und watscheln los. Ziel: Scooter & Free Zone, ein Motorradverleih (jejusfz.co.kr) in Seogwipo. Ein bisschen versteckt, aber wir finden es. Der Inhaber redet ein wenig englisch, nicht gerade viel, aber ein paar wichtige Nomen weiss er und dies reicht, um den Vertrag abzuschliessen (also warum Sätze bilden?). Wir mieten ein Motorrad und düsen los! Juhu!

Als erstes fahren wir zu der Steinsformation, Jungmun Daepo-Küste Jusangjeolli-Klippen

die uns an den ‚giant’s causeway‘ in Nordirland erinnert.

Weiter gehts zum Jeju Stone Park (Eintritt: 5000 KRW). Leider hatten wir viel zu wenig Zeit für diesen Park (1.5h). Man könnte hier lockerleicht vier Stunden verbringen! Der Park ist riesig und sehr schön gemacht und gepflegt. Während wir da waren, hatte es fast keine anderen Besucher!

Nach dem Steinpark gings zum San-Gumburi Krater

(Eintritt: 6000 KRW) nur ein paar hundert Meter weiter. Hier kann man inerhalb von 5 min. Fussweg auf dem Kraterrand stehen und in einen Vulkankegel blicken.

Wir entschieden uns noch einen kleinen Abstecher zum Pyoseon Haevich Beach zu machen. Auch dieser hat sich sehr gelohnt!

Und zum Schluss besuchten wir noch die Jeongbang Falls, steigen 148 Treppen runter und wieder hoch, bevor wir dann unser Motorrad wieder zurückbrachten.

Leider müssen wir bereits morgen Jeju wieder verlassen und zurück mit dem Flieger nach Busan. Hätten wir noch mehr Zeit gehabt, hätte ich so gerne die Manjanggul Cave gesehen. Und den Hyeopjae Strand, Carbonic Acid Hot Springs, Belive it or not Museum, Hello Kitty Land, Yakcheonsa Tempel, Seosokkak Estuary und und und.. ich finde Jeju ist wundervoll! Hier könnte man sehr viel Zeit, sehr schön verbringen, aber nicht in den Städten selbst, sondern in der vielfältigen und einzigartigen Natur!

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