Hội An

Hoi An (Unterkunft: Flowergarden Homestay)

Wir kamen ziemlich kaputt nach der langen Reise in Hoi An an, erholten uns in unserem Zimmer und machten uns gegen Abend auf zur Altstadt. Mein Wunsch ging in Erfüllung, wir waren am 1. August mit unserem Schweizer Lampion (eines meiner Abschiedgeschenke vom Büro Sequenz) in der Stadt der Seidenlampione. Wir stiessen mit ein paar Bier auf die Schweiz an und schlenderten mit beleuchtetem Lampion durch die wundervoll von Seidenlampionen beleuchteten Gassen. Die Altstadt ist Motorradfrei – herrlich! Wir trafen beim Nachhause weg noch auf drei Schweizer, immerhin! 🙂

Schnorchelausflug, Insel Cu Lao Cham

Um 6.45 Uhr hiess es aufstehen, um 7 Uhr gab’s das altbekannte Frühstück (Bananapancake and Fruitplate) und um 8 Uhr wurden wir mit einem Reisebus abgeholt und an den Hafen Cửa Đại gefahren. Wir buchten über unser Homestay eine Schnorchel-Tour in Vietnam und waren gespannt auf die Artenvielfalt und Korallen von Vietnam. Wir sind ja inzwischen ‚alte Hasen‘ was das Schnorcheln betrifft, wir haben schon soviele unheimlich schöne Korallenriffe gesehen (Whitsundays und Great Barrier Reef in Australien, Blue Lagoon in Fiji und natürlich die wundervolle Küste von Gili Meno mit den vielen Schildkröten). Als wir merkten, dass wir eine Gruppe von 20 Leuten sind, haben wir uns schon gedacht, dass wir wohl in eine Tourifalle getappt sind.Später haben wir aber herausgefunden, dass es gar keine andere Möglichkeit gibt, um auf die Insel (Cu Lao Cham) zu kommen. Die Überfahrt mit dem Speedboot ging ca.20 Minuten. Dort angekommen, wurden wir durch den Dorfmarkt getrieben, besuchten kurz ein „Museum“, mit etlichen in Etanol konservierten Fischen, und einen Tempel. Im Gänsemarsch versteht sich – während der Tourguide die Fahne hoch hält. Ein sympatisches holländer Päärchen meinte dann, dass sie sonst diese Touristengruppen eigentlich immer auslachen und sie jetzt das erste Mal wohl selbst Teil davon sind – wir stimmten dem genauso zu und lachten. Wir wurden mit einem Boot zum Strand gebracht, wo man sich umziehen konnte. Dann ging es mit dem Boot endlich zum Schnorchelspot! Schon völlig verschwitzt, es ist unheimlich heiss und drückend in Vietnam, kamen wir bei der kleinen Insel an. Die Holländer waren nervös (das erste mal Schnorcheln in ihrem Leben). Wir zogen die Taucherbrillen an und waren die ersten Beiden, die sich ins Wasser fallen liessen. Was soll man sagen… es war ok. Es hatte aber fast keine Fische, die Korallen waren schön aber rar, das Wasser nicht so klar… nach wenigen Minuten, sammelte sich ein Touristenboot am anderen am gleichen Spot, bald wimmelte es von Asiaten mit Schwimmwesten (die strampelnd mit dem Kopf über dem Wasser sind und mit den Füssen Korallen zerstören – trauriger Klassiker). Schlussendlich war der Schnorchelspot sehr klein. Nach etwa 30 Minuten ging es bereits wieder auf die grosse Insel zum Strand. Dort bekamen wir in einer riesigen offenen Halle ein Essen welches wirklich fantastisch war! Crevetten, Suppe, Reis, Nudeln, Fleisch, Muscheln, Gemüse, Oktopus und Chips! Eine riesen Auswahl…sehr lecker! Dann sagte uns der Tourguide, dass wir jetzt 30 Minuten Freizeit hätten. Wir lagen uns auf einen Liegestuhl (inmitten von 200(!) anderen Liegestuhltouristen) und überlegten uns, ob wir noch kurz ins Wasser hüpfen sollten. Was ja eigentlich bei der Hitze gar keine Überlegung wäre, allerdings ist der ganze (!) Strandbereich in 3 Zonen eingeteilt, in welcher man wieder zahlen hätte müssen, um überhaupt schwimmen gehen zu dürfen. So lagen wir am Strand, tranken aus einer Kokusnuss, liessen sie knacken und schlemmten das weiche Fleisch, und schon hiess es: Zurück zum Festland.

Mit dem Shuttlebus wurden wir zum Homestay gefahren und schwitzen uns weiter „einen ab“. Am Abend gingen wir essen (das holländische Paar gab uns einen Top-Tipp) im Restaurant Trip Nguyen.  Eigentlich wollten wir die Spezialität White Rose Dumplings (banh bao banh vac) probieren. Das Restaurant war aber so voll, sie war sozusagen ausverkauft, so gabe es leider keine White Rose mehr. Danach tranken wir einen Kaffee auf der Rooftop-Terasse vom Faifo-Cafe, wohl der romantischste Ort von ganz Hoi An. Wundervoll!!! Am Schluss kauften wir noch einpaar Souveniers im Artbook Shop (artbook.com.vn).

Unseren Homestay in Hoi An lege ich gerne jedem ans Herz: Flowergarden (Inhaberin: Mimi). So herzlich und lieb, wir fühlten uns richtig wohl! Und jede Tour hat sie toll organisiert! Mimi ist eine unheimlich fleissige, lebendige und herzliche Person sowie auch ihr Personal!

Kochkurs (Bay Mau, Eco Cooking Tour)

Erneut wurden wir frühmorgens mit einem Shuttlebus abgeholt. Unser Tourguide heute war eine junge Frau namens Nhi. Auf Tripadvisor hat der Ausflug 315 Bewertungen und 284 davon sind mit ‚Ausgezeichnet‘ bewertet – das konnte nur ein guter Tag werden! Wir waren insgesamt elf Personen. Es ging direkt los beim Markt, wir kauften die Lebenmittel ein. Nhi erklärte und zeigte uns verschiedene Früchte und Gemüse. Danach ging es am Hafen aufs Schiff. Wir fuhren etwa 45 Minuten, dann wurden wir jeweils zu zweit in die runden traditionellen Boote (bamboo basket boat) verfrachtet. Dort erhielten wir von unserem Rudermann zwei Kegelhüte und eine Fischerrute, mit der wir Krabben fangen sollten. Es ging durch einen Wasserpalmenwald, in sängender Hitze versuchten wir am Rand des Waldes die kleinen Krabben zu fangen und tatsächlich, wir waren erfolgreich, ganze sieben Krabben haben wir gefangen. Dann kamen wir bei der offenen Bambusküche an, die Krabben wurden zurück in den Fluss geworfen. (Leider haben sie sich gegenseitig angegriffen und so lagen am Schluss noch einpaar loose Beine drin.) Dann begannen wir mit kochen. Wir kochten insgesamt vier Gerichte (vietnamese salad rolls, sizzling vietnamese crepes, Hanoi style noodle soup with beef und seafood fried noodles). Nhi zeigte es jeweils vor und wir kochten es danach nach, sobald man fertig war, konnte man das Gericht direkt essen. Es war superlecker!

Ein grosses Danke an Steffi, G, Fischi und Tina die uns den Kochkurs mit ihrer Spende vor unserer Abreise ermöglicht haben ;-). Selbsverständlich war dieser Kochkurs nicht das Erste, was wir aus dem Buch schon alles gesehen oder gemacht haben. Aber dies erzählen wir euch dann persönlich zu ein paar frischen vietnamesischen Frühlingsrollen oder einer Nudelsuppe :-). Wir freuen uns darauf!

Im Kochkurs lernten wir Beatrice (ebenfalls eine Schweizerin) kennen, sie reist 3 Monate u.A. durch Vietnam und hat einen Blog – schaut ihn euch an! Da hats auch einpaar Bilder von uns und da wird der Tag sehr schön beschrieben.

Am Abend gingen wir dann nochmals ins Restaurant Trip Nguyen. Nochmals bestellten wir zwei White Rose Dumplings (banh bao banh vac). Es gab leider nur noch Einen. Dafür trafen wir die drei Schweizer wieder vom 1. August 🙂

Das eigene Kleid, ein Anzug für Christof

Stell dir vor: Du kannst dein eigenes Kleid designen. Genau so, wie du es möchtest. Ist das nicht unglaublich geil? und es ist wahr! Erst machten wir uns noch Gedanken, ob es denn nötig ist, wir haben ja alles was wir brauchen und es ist nicht so unsere Art massgeschneiderte Kleidung zu tragen. Aber dann entschieden wir uns, doch etwas machen zu lassen. Vor zehn Jahren war mein Bruder und seine Frau hier (wir reisen mit ihrem Reiseführer) und sie haben sich damals hier ihre Verlobungskleider schneidern lassen und stets davon geschwärmt.

Hoi An ist ja bekannt für die tüchtigen Schneiderlein, fast jeder zweite Laden ist eine Schneiderei. Man kann entweder in den Shop reinlaufen, ein Ausstellungsstück auswählen (oder im Katalog eines aussuchen), den Stoff auswählen und gut ist oder man kann sein eigenes Design mitbringen. Ich recherchierte einwenig im Internet und stellte mir mein Traumkleid zusammen. Kein Abendkleid oder Hochzeitskleid mit Rüschen sondern ein Alltagskleid, das ich immer tragen kann, nicht nur zu besonderen Anlässen. Ich zeichnete alles auf und wir machten uns auf den Weg zum Schneider den uns Mimi unsere Hostmama empfohlen hat. Die Frauen waren sehr unkompliziert, man sprach kurz über die Wünsche, wählten den Stoff aus und schon am nächsten Tag, konnten wir wieder vorbei gehen (nur 21h später) und unsere Kleider anprobieren. Die letzten Feinschliffe werden jetzt über Nacht vorgenommen und schon morgen können wir unsere massgeschneiderten Kleider definitiv abholen. Respektive sind die Damen so nett, dass sie uns gleichzeitig einen Pöstler zukommen lassen, der die Ware dann direkt per Paket in die Schweiz schickt. Was für ein Service! Wow! Wir probierten also unsere Kleider nochmals, waren mehr als happy und der Pöstler versendet sie heute. Ab aufs Schiff damit, drei Monate soll es gehen (wir rechnen mit 3.5 Mt… das Packet kommt also fast gleichzeitig wie wir an.
Doch was kostet so ein Spass? Ich zahlte für mein Traumkleid (62 Dollar). Christof langte grad richtig zu, er lies sich eine Hose, einen Sakko, zwei Westen und drei sehr schöne Hemden schneidern (326 Dollar). Leider haben wir kein Foto von unseren Sachen gemacht 🙁 oouuuu… unser Schneider war: Quoc Huy (vom Homestay empfohlen)

Touripass (120’000 VND), Kaligrafie Dong Huynh (hoiancalligraphy.com)

Heute widmeten wir uns der Altstadt von Hoi An. Dazu kauften wir im Touristbüro einen Pass, der zu fünf Eintritten in alte Häuser, Museen und mehreren Tempeln berechtigt. Zuerst besuchten wir ein altes Haus ‚Old House of Quan Thang‘, danach eine chinesische Versammlungshalle ‚Phuc Kien‘, weiter zur ‚Quan Am‘ Pagode sowie dem ‚Quan Cong‘ Tempel. Im ‚Museum of Folk Culture‘ lernten wir Dong Huynh kennen, ein Kaligrafiekünstler, der dort seine Werke ausstellt und verkauft. Da Christof und ich im Jahre des Hundes geboren wurden (1982) kauften wir uns ein Bild von ihm mit dem vietnamesischen Schriftzeichen des Hundes und unserer beider NAmen darauf. Er erklärte uns die neue und alte Schrift. In der vietnamesischen Sprache gibt es 6 verschiedene Tonlagen, ein Wort kann somit je nach Tonfall etwas ganz anderes bedeuten. (ta=ich, wir, tá=ein Duzend, tà=Sonnenuntergang, tã=Windel, tạ=100kg, tã=schlagen). Er habe auch ein Bild der Spanischen Königin verkauft, erzählt er stolz. Danach sind wir hungrig und kehren in einem Restaurant ein. Heute war es so heiss, wir kamen vollgeschwitzt im Homestay an. Es ist so heiss, du schwitzt ohne dich zu bewegen. Es läuft einfach runter, den ganzen Tag! Wir haben uns entschieden, morgen einen Pooltag zu machen, darum mussten wir leider den Homestay wechseln, weil Mimi leider keinen solchen hat. Wir verabschiedeten uns herzlich und bezogen unser neues Zimmer im Lucky Leaf Homestay.

Heute wirds also gechillt. Da heute Vollmondnacht ist, soll Hoi An noch voller sein mit Lampions, wir sind gespannt.

Morgen gehts erst zur Tempelanlage ‚My Son‘ (vietnamesisches Angkor Vat) über die Marble Mountains in die kaiserliche Stadt Hue.

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