Lombok, Gili Trawangan, Gili Meno, Mt. Rinjani

Lombok (Mangsit), Visa Verlängerung (Unterkunft: Teras Lombok)

Die Überfahrt von Padang Bai nach Lembar benötigte etwa 5 Stunden. Mit 1 Stunde Verspätung fuhr die Fähre dann ab. Während der Fahrt hatten wir diverse Smalltalks mit Einheimischen, die zurückfuhren, und gerade Familienangehörige auf anderen Inseln besucht haben. Merke 1.: Ramadan/Idul Fitri = DIE Ferien in Indonesien, wo alle Indonesier im ganzen Land herumreisen. Merke 2.: Indonesier lieben Smalltalk! In Lembar angekommen, suchten wir unseren im Vorfeld gebuchten Chauffeur der uns (ausnahmsweise ohne Smalltalk) zum Hostel in Mangsit fuhr. Inmitten eines Dorfes haben hier Fandri und Larissa (eine Schweizerin) ein kleines Paradies mit fünf Bungalows und einem Schwimmbecken erschaffen. Wir fühlten uns direkt sehr wohl!

Aber wir fühlten uns auch irgendwie ein wenig leer und mussten bereits wieder die nächsten Tage planen. Irgendwie gerade ein bisschen viel für den Moment. Die Verlängerung vom Visa machte uns am meisten Kopfzerbrechen.

Am darauf folgenden Tag (Freitag) fuhren wir früh morgens um 8 Uhr zur Immigration. Da angekommen hies es: Heute geschlossen (Die grsamte Woche nach Ramadan geschlossen). Ein wenig enttäuscht und nicht recht wissend was wir jetzt machen sollten, schlenderten wir der Strasse entlang und entdeckten auf der gegenüberliegenden Strassenseite eine riesige Mosche. Nachdem ich mir nach kurzem zögern ein Kopftuch (Schal) überzog und die Schuhe vor dem Eingang auszogen, gingen wir in die riesige Mosche hinein. Dabei wurden wir von einem jungen Mann begleitet, der uns ein paar Dinge über die Architektur und die diversen arabischen Schriftzeichen erzählte und unsere Fragen beantwortete. Bis zu 5000 Männer haben auf dem Teppich platz zum Beten, wenn man die Abschrankungen entfernt, sind es über 6000. Meine Reaktion war ‚Oh Wow, that are over 10000 Flipflops outside!‘. Keine Ahnung wie die Ihre Schuhe dann wieder finden…
Jedenfalls war es ein architektonisch sehr eindruckvolles Gebäude. Ich wusste nicht, dass man ein solches Gebäude überhaupt betreten darf als ’nicht muslimisch Gläubige‘. Aber Indonesien zeigt einmal mehr, dass es ein wirklich herzliches und sehr tolerantes Land ist, in dem alle Religionen gerne gesehen sind und miteinander leben. (Ja, ich weiss, leider nicht in ganz Indonesien, aber zumindest in Bali, Flores und Lombok).

Danach folgten zwei entspanntere Tage in denen wir uns u.A. mit den folgenden Tagen beschäftigten. Wir lernten Antony kennen, den grösseren Bruder von Fandri (unser Host). Mit Antony und seiner Freundin verbrachten wir einen schönen Abend am Pool sitzend, spielten Gitarre, sangen Lieder, tranken Bier und rauchten Zigaretten. Was will man mehr als singen und zwischendrin zusammen über das Leben sinieren und lachen.

Unsere Visaverlängerung organisierten wir dann über einen Freund, welcher in der Immigration arbeiter, von Antony und Fandri. Er kam kurz im Hostel vorbei, wir gaben ihm unsere Pässe und 1.4 Millionen Rupien. Kommenden Freitag sollten wir und bereithalteb und in Mantaram auf das Amt gehen können. Ob alles klappt werden wir Ende Woche sehen…Hamka(Visaagent) gebe uns einen Tag vor dem Foto- und Unterschriftentermin bescheid.

Morgen gehts erstmal auf Gili Trawangan….

Gili Trawangan (Unterkunft: Karma Kayak)

Von Bangsal gings mit dem ‚Public Boat‘ in Richtung Gilli Inseln. Beim Einsteigen wurde ich regelrecht aus der Warte-Schlange gedrückt und auf die Seite geschoben, erst später habe ich in einem Indonesien-Forum gelesen, dass das hier so praktiziert wird, es wird gedrängelt, wer ansteht ist selber schuld. 🙂 Die Überfahrt ging tiptop, wir waren die einzigen ‚Bule‘ (weisse Haut) an Bord. Auf Trawangan angekommen, liefen wir verschwitzt in brütender Hitze 20 Minuten zu unserem Hotel ‚Karma Kajak‘. Das Hotel ist übrigens mega! Super Service, toller Food, aufmerksames Personal und richtig schön eingerichtet. Auf dieser Seite der Insel ist es ab 23 Uhr ruhig. Keine Party und keine Drogen. Läuft man Richtung Leuchtturm (im Westen), erreicht man das ‚Le Pirate‘ und damit auch ein kleiner Teil der Party, die dann im ‚Padawa‘ Hotel u.A. anzutreffen ist. Auch die weltbekannten Instagram-Schaukeln im Meer stehen da zu Hauf. Dort kann man dann auch kein Bier bestellen ohne die Frage ‚Mushrooms? Weed?‘.

Wir waren die meiste Zeit am Strand liegend oder im Wasser schnorchelnd. Dabei haben wir mehrere  Wasserschildkröten gesehen und wieder andere Fischarten sowie einen ‚blacktipped‘ Riffhai aus 10 Metern Entfernung und einen Lobster. An manchen Stellen müsste man über fast 100 Meter im knietiefen Wasser auf toten Korallen hinauslaufen bevor man dann schnorcheln kann. Doch genau deshalb sind sie ja mitunter auch tot und wir suchten uns bessere Wege daran vorbei. Dann ist es aber wunderschön und lohnt sich auf alle Fälle! Das Wasser ist extrem warm und sehr klar! Manchmal kann man mit Fischschwärmen mitschimmen. Wirklich schön!

Gili Meno (Unterkunft: Adeng Adeng)

Wir schliefen aus (wobei das für uns inzwischen 8 Uhr bedeutet), frühstückten, bezahlten das Hotel und machten uns mit dem Rucksack querfeldein in Richtung Boote. Dort suchten wir den Ticketschalter für das normale Boot. Dabei wird man von diversen anderen Anbietern angesprochen (250’000 Rp. für die Fahrt). Beim offiziellen Schalter erfuhren wir dann, dass nur zweimal pro Tag die Fähre (public boat) fahrt, um 9.30 und 16 Uhr. Das Speed Boot aber jede Stunde. Wir entschieden uns auf das 11 Uhr Speed Boot zu gehen (je 85’000 Rp.).

In Gili Meno angekommen, trugen wir erneut unsere Rucksäcke 20 Minuten in sängender Hitze über die staubigen, trockenen Geh- und Sandwege und kamen erneut verschwitzt in unserer neuen Unterkunft an, wo wir einen eigenen Bungalow bekamen. Auf der Terasse erholten wir uns kurz, bevor wir dann runter an den Stand gingen um uns zu erholen. Abends der klassische Sonnenuntergang, wunderschön! Am nächsten Tag mieteten wir uns Schwimmflossen und machten uns auf dem Weg zum ‚Turtle Point‘. Dort gingen wir ins Wasser und schnorchelten erstmal 60-80 Meter über tote Korallenstücke, danach war die Korallenbank fertig. Ca. 20 Meter weiter geht dann das Riff in die Tiefe und das Wasser wird dunkel – das offene Meer beginnt. Leider waren aber auch hier am Riff fast alle Korallen tot. Wir entdeckten eine Schildkröte und liessen uns vom Strom abwärts treiben. Zurück an Land tranken wir einen erfrischenden Juice und unterhielten uns über den traurigen Anblick des totzertrampelten Riffs.

Da Clarissa etwas über versunkene Statuen gelesen hatte (Künstler: Jason deCaires Taylor), wollte sie diese unbedingt ansehen. So liefen wir die halbe Insel ab, bis zum BASK Resort. Dort 40 Meter vom Strand entfernt im Meer sollen sie sein. Also gingen wir mal rein 😉 Irgendwann entdeckten wir drei Frauenstauen liegend am Boden. Yeah! Und dann kams noch besser, wir entdeckten gleich daneben die grosse Formation. 15 liegende Frauenstatuen und etwa gleich viel stehende Paare. Die Sonne schien ins Wasser und die Strahlen waren deutlich zu erkennen. Die Fische schwammen rings um die Statuen. Ein wahnsinns Anblick! Ein Unterwassermuseum 🙂 Sehr eindrücklich!

Danach mussten wir einpaar Meter gegen den Strom schnorcheln, bevor wir in den anderen Strom kamen, der uns dann in die richtige Richtung trieb. Auf dem Weg sahen wir unglaublich viele schöne lebende Korallen und farbige, kunterbunte Fische. Ein riesiges Aquarium und das Wasser glasklar, türkis und warm. Wahnsinn! Drei Schildkröten kreuzten unseren Weg und eine schwamm direkt auf mich zu! Waaaaaahnsinn! Auf dieser Seite der Insel war die Unterwasserwelt so anders!

Lombok (Mangsit), (Unterkunft: Teras Lombok)

Am nächsten Tag hies es bereits wieder ‚Byebye Gili‘, wir standen auf, spatzierten zum Salzsee auf Gili Meno und machten uns nach dem Check-Out auf den Weg zum ‚Hafen‘. Dort kauften wir uns zwei Tickets mit dem Fastboat nach Bangsal (je 85’000 Rp.). In Bengsal wimmelten wir ca. 18 Taxi-Anbieter ab und marschierten schnurstracks hinaus wo wir uns ein BlueBird-Taxi krallten (85’000 Rp.) bis Mangsit. Da wir unsere Koffer in Mangsit (Teras Lombok) liesen und nur mit dem Rucksack unterwegs waren, gingen wir wieder zurück, wo wir unsere Freunde Antony und seine Frau wieder trafen. Das war schön. In einer Gegend ankommen, wo man sich schon auskennt und wenn man ins Restaurant geht, wieder erkannt wird 😉 Abends redeten wir über kulturelle Unterschiede, lachten und spielten Guitarre.

Schon fast gedacht, man kennt schon alles essbare in Indonesien, zaubern die Indonesier immer wieder etwas Neues her. Als wir durch einen Hinterhof liefen, bot uns ein Mann eine Frucht an. ‚Jambu, Jambu! omnomnom! good!‘ Ich nahm eine entgegen und bedankte mich. Eine kleine, pinke, birnenförmige Frucht, schmeckt nach Apfel – ist gem. Wikipedia auch einer 😉 Auch speziell war für uns die gelbe Wassermelone. Schmeckt genau gleich wie die Altbekannte, ist einfach leuchtgelb statt pink.

Beim Visa siehts leider weniger pink aus… unser Visa lief am 8.7. aus und unser Visaagent hat es nicht geschafft auf Freitag die Pässe fertig zu stellen wie geplant. Frühestens am Mittwoch war seine Antwort. Wir hocken also in Lombok fest, obwohl wir schon Samstags nach Java wollten…

Lombock (Senaru), Sindang Gile, Tiu Kelep, Mount Rinjani (Unterkunft: Rinjani Lighthouse)

Da wir voraussichtlich erst am Mittwoch zur Visastelle gehen können, entschieden wir uns einen Abstecher nach Senaru zu machen, damit Christof dort den Vulkan Rinjani besteigen kann. Wir fanden via AirBnB die Rinjani Lighthouse Lodge und buchten uns frech die Honeymoonsuite. Oh yeah! Unsere eigene kleine traditionelle Bambushütte. Ein Aussenbadezimmer, ein Schlafzimmer und ein Balkon. Hier buchten wir die ersten zwei Nächte, es wurden dann vier. Am nächsten Tag gingen wir zu dem einzigen, was Senaru zu bieten hat: Den Wasserfällen. Eigentlich sind es drei, aber vom letzten wird immer abgeraten. Den ersten Wasserfall ‚Sindang Gile‘ erreicht man ohne Probleme. Der Eintritt zum Wasserfall kostet 10’000 Rp. (ps: es gibt insgesamt drei Eingänge, den Eintritt zahlt man nur beim offiziellen, unteren Eingang). Wir haben uns gut vorinformiert im Internet, dementsprechend wisen wir alle Tourguides (auch Kinder) gekonnt ab. Diese sagen dir es kostet 200’000 Rp. (oder mehr) und es sei alleine nicht machbar (du findest den Weg nicht.) – Paperlapapp! 😉

Direkt beim ersten Wasserfall, führt beim Rückweg links ein Weg ab weiter zum zweiten Wasserfall (einfach den Touristen zusehen wo sie hinlaufen dann findet man’s lockerleicht). Anfangs gehts geradeaus, dann über eine Brücke (wo unter einem Wasser durchfliesst), dann schöne gerade aus und dann überquert man etwa 4-5 mal einen kleinen Fluss. Hier die Turnschuhe ausziehen und Flipflops anziehen. Nach ca. 30 Minuten erreicht man dann den ‚Tiu Kelep‘. Auch wenn man nicht baden geht, ist man danach durch und durch nass. Der Wasserfall ist wunderschön und die Anstrengung definitiv wert! Bei uns hatte es sehr viele andere Touristen, wir gingen aber auch Nachmittags.

Mt. Rinjani Trekking

Soll ich..soll ich nicht..kann ich..ja klar!!

Ich fragte mich hin und her, las viele Berichte und sprach mit Travellern, die wir auf unserem Weg nach Lombok kennlernten, über das Trekking. Die Spannweite der Angebote gehen von mehreren Tagen und Nächten bis hin zu nur einem Tag. Aus den Erfahrungen der Anderen bildete sich schnell heraus, dass man sich nicht zu lange auf dem Berg/Vulkan aufhalten sollte, da die Nächte sehr kalt und ziemlich unbequem sind. Nun denn, da sich unsere Zeit in Lombok aufgrund des Visaflops, bzw. des Systemerrors in der Immigration, unfreiwillig sowieso verlängern würde war eigentlich genügend Zeit vorhanden. Doch aus der Konstellation mit Clarissa, die zurückblieb, dachte ich doch, dass zwei Tage und eine Nacht genügen müssen um den Berg zu erklimmen. Daraus ergab sich automatisch, dass ich darauf verzichtete am zweiten Tag in den Krater zum darinliegenden See und den heissen Quellen hinabzuwandern. Es störte mich nicht,…das Ziel ist der Gipfel auf 3726 MüM.
Alle Touren starten aus Senaru, einem Dorf am Fusse des Rinjani auf ca. 550 MüM. Aus unsere Unterkunft heraus buchte ich mit deren Partneragency Morrist Adventures den Trip ab Sembalun. Sembalun liegt ein wenig mehr Nordöstlich als Senaru und bringt einem den Vorteil, dass man bereits aus 1100MüM startet und sich somit 500 Höhenmeter spart. Alle 2 Tagestouren starten von hier.

Am Tag der Wahrheit wurde ich mit einem Transporter um 7.30 Uhr abgeholt um anschliessend meine Trekkingbegleiter aus deren Bleibe aufzuladen. Aus den angekündigten Malayisier und Franzosen wurden dann sechs Thailänder. Nachdem man sich die Hand geschülltet und sich vorgestellt hatte (keine Chance sich die sechs Namen zu merken) sprangen fünf von uns auf die ziemlich unbequeme Ladefläche und einer in die Kabiene zum Fahrer. Eine Stunde fährt man von Senaru nach Sembalun zum Nationalparksbüro zur Registrierung. Die Fahrt war sehr kurvig und unruhig durch die enge, offensichtlich stark abgefahrene Asphaltstrasse. Nach einer halben Stunde wurde die thailändische Frau neben mir merklich ruhiger und verlangte kurze Zeit darauf bei ihren Freunden ein Plastiksack worin sie dann ihr eben erst gegessenes Frühstück entleerte. Ihre Freundin uns gegenüber machte es ihr dann eine Viertelstunde später nach. „Die Armen!!“ schoss mir durch den Kopf und dachte an die achtstündige Wanderung zum Kraterrand auf welcher man jedes Bröckchen Energie aus dem Magen gebrauchen könnte. Die tapferen Damen liessen sich aber nichts anmerken und so waren wir bereit um loszulegen.
Der erste Teil zog sich durch grüne Wiesen und am Waldrand entlang, nachdem wir ein ausgetrocknetes Flussbett durchquerten. Auf diesem Steckenabschnitt 1, die Wanderung teilte sich in Abschschnitt 1-5, spachen wir viel miteinander und lernen uns kennen. Zudem trafen wir regelmässig auf andere Gruppen, mal überholten wir welche und manchmal wurden wir überholt. Der Himmel war leicht bewölkt, was wir in Teil 1 und 2, auf offenem Terrain, sehr zu schätzen wussten. An Position 2 wurde nun bereits zur Mittagspause gerufen, die wir unter einer gespannten Plache verbrachten. Dieses Dach wurde durch unsere uns vorgeeilten Porter aufestellt und unter selbigen bereiteten sie uns nun Lunch zu. Es gab ein wunderbares Nasi Goreng und Früchte zum Nachtisch. Den Durst löschen wir uns mit isotonisch Wasser. Die Plache, erst als Sonnenschutz gedacht, schützte uns nun vor dem Regen, welcher nach steeter Verdunkelung des Himmels nieselnd auf uns niederging. Der leichte Anstieg zu Position 3 zeigte den ersten in unserer Gruppe worauf sie sich eingelassen haben. Die siebenköpfige Gruppe zog sich langsam aber sicher immer mehr in die Länge. Ich zog mit der einen Thailändirin voraus, um ein wenig in den Rhytmus zu kommen und zu bleiben. Von Zeit zu Zeit, meistens unter einem Dach bei den Streckenposten, hielten wir jedoch um ein wenig zu verschnaufen und die anderen aufrücken zu lassen.
Nun wie von unserem Guide namens Lang angekündigt geht es ab Position 3 über die 4 und 5 in etwa drei Stunden steil bergauf zum Kraterrand, wo wir dann übernachten würden. Mittlerweile wanderten wir in einer milchiger Nebelsuppe. Dies störte uns aber in keinster Art und Weise, da es erstens abkühlte und zweitens den staubigen Boden ein wenig bindete. Es wurde nun steiler und waldiger. Weiterhin, um nicht aus dem Rhytmus zu fallen, hielt ich konstant an meinem Tempo fest und war bald darauf alleine bzw. immer wieder mal mit anderen Gruppen unterwegs. Es wurde spürbar kälter, und verschwitzt wie ich war wollte ich nicht mehr warten bis wir alle zusammen sind. Ich wartete jeweils nur den schnellsten meiner Gruppe ab, um mit ihm oder ihr ein wenig zu verschnaufen und zog dann wieder in meinem gewohnten Tempo weiter, bis ich nach ca. zwei Stunden auf einmal an eine Tafel kam mit einer kleinen Zeltstatt drumherum. Ich habe im ‚Eifer des Gefechts‘ gar nicht gemerkt, dass ich den Kraterrand bzw. das Tagesziel erreicht habe. Ufffff, boah ich war glücklich und ein wenig erschöpft. Doch im Nebel war wirklich nur in einem Radius von fünf Metern etwas zu sehen, mehr nicht. Da ich nicht wusste wo unsere Porter das Nachlager ausgesucht haben, setzte ich mich hin, atmete ein paar mal tief ein und aus und wartete auf meine Kollegen. Die ersten trafen ca. 20 Minuten nach mir ein, worüber ich mich freute, da ich begann bei diesem feuchtkalten Wetter zu frösteln.
Nun denn, alle versammelt liefen wir noch rund zehn Minuten, an ca. hundert 2-3 Personen Zelten vorbei zu unserer kleinen Zeltstadt. Wie solls auch anders sein stand schon alles, in diesem Moment als wir ankamen. Ich kann es mir heute noch nicht erklären wie unsere Porter an uns vorbeigezogen sind und dies hinbekommen haben?!? Die Latrine stand unmittelbar hinter meinem kleinen Einerzelt, auch bereits fertiggestellt. Schnell dunkelte es ein, während wir unser Dinner, diesmal ein schmackhaftes Chicken Curry, assen. Zum Nachtisch gabs frittierte Bananen. Ein wenig eingeschüchtert von der düsteren nebligen Szenerie, erkundigte ich mich bei Lang, unserem Guide, ob wir denn die Besteigung des Berges um jeden Preis machen würden. Dieser bejate ziemlich trocken und unbeeindruckt(wird wohl nicht das erste Mal für ihn gewesen sein). Informationen würden nach dem Essen folgen, liess er uns im darauffolgenden Satz wissen. Gem. Lang würden wir um 2:40 geweckt werden, um dann spätestens um 3 Uhr morgens nach einem Kaffee und ein paar Kräckern loszugehen.Wir legten wir uns nach der Ansage um ca. 19 Uhr schnellstens schlafen, sodass wir wenigstens noch ein bisschen schlafen, und Energien für die letzten 1000 Höhenmeter tanken können. Doch schlussendlich schlief ich grad mal ca. 2.5 Stunden aufrund lauter Musik zur Linken und hellem geschnatter eines Paares auf der Rechten. Nichts desto trotz stand ich auf, trank meinen Kaffe, zwang mich zu zwei, drei trocknen Kräckern und zog mir an, was ich tagszuvor hochgeschleppt hatte. Obenrum langes und kurzes T-Shirt darüber eine Softshell- und eine Windschutzjacke. Untenrum zog ich mir die Trainerhose unter die Wanderhose an, da auf dem Gopfel 0 Grad Celsius angesagt waren. Im endeffekt viel zu viel, da ich natürlich auf dem Weg nach oben ordentlich ins Schwitzen kam. Los gings dann effektiv schon um ca. 2 Uhr Morgens, da irgendwie alle bereits wach waren. In der Nacht hatte es massiv aufgehellt, und dies wortwörtlich, erst jetzt merkte ich wie hell es war! Es war Vollmond! Der Weg nach oben war nun gut sichtbar. Durch bereits vor uns gestartete Wanderer zog sich eine Stirnlampen-Schlange den Berg hinauf.
Das erste Stück war grad schon wieder gut steil. Es begann sandig zu werden und man kämpfte sich bereits an pausierenden Wanderer vorbei auf eine gewisse Höhe. Es war das gleiche in unserer Gruppe wie den Tag zuvor. Lang nahm mich zur Seite und sagte mir, ich solle los und mich einer anderen Gruppe anschliessen, er würde das Schlusslicht bilden mit den langsamer laufenden. Wir würden uns oben oder schlussendlich im Basecamp zum Frühstück wiedersehen. Ich nickte und ging los. Nach der ersten Anhöhe zog es sich moderat weiter, links und rechts von einem schien es tief und steil abzufallen, doch sehen konnte man nicht viel. Die Wolken schlichen sich nun langsam wieder den Krater hinauf zu uns, dieser langen Schlange an Menschen, welche alle das gleiche Ziel verfolgten…1.Den Gipfel…und 2. Vor Sonnnenaufgang! Immerwieder sah man einige Leute am Wegesrand rasten, einige davon auch schlafen. Ich fühlte mich gut, doch zweifelte ich immernoch ob ich dieses ominöse, gross angekündigte letzte Stück vor dem Gipfel schaffen könnte. Es bestärkte mich, dass ich doch immernoch an einigen Leuten vorbeizog, weniger Pausen brauchte und alles in allem schneller lief als der Grossteil. Ich habe auch sehr viele Leute bloss mit Turnschuhen wandern gesehen, was ich nich wirklich gut finde auf knapp 3000 Metern zu diesen Bedingungen. Doch jedem das seine dachte ich mir und war froh um meine knöchelhohen Trekkingschuhe. Zack…da waren wir…nun zog es an, wurde tiefer, sandiger und immer steiler. Zwei Schritte vor, einen zurück…ich blickte hoch…haiaiai ist schon noch ein Stück, wir hatten zu diesem Zeitpunkt ca. 2/3 des Weges hinter uns gebracht. Ich sah hoch zum Himmel. Er war wunderschön und glasklar, und auf einmal sah ich doch zu meinem Erstaunen, ziemlich nah am Mond, die Plejaden meine Glückssterne. Es ist das erste Mal hier in der südlichen Hemisphäre, dass ich sie sah. Es gab mir zusätzlich Kraft und bestätigte mich in meinem Ziel und Vorhaben. Überall wo ich bin, suche ich sie mir am Himmel, doch fand sie wie schon erwähnt, schon lange nicht mehr, was ich unserer Position (eben südl. Hemisphäre) zuschrieb.
Na dann los..! Ich fasste mir neuen Mut und lief mit dem Gefühl alles erreichen zu können los Richtung Gipfel auf 3726 MüM. Ich stapfte Schritt für Schritt weiter, wartete zum Teil hinter Leuten und probierte diese zu überholen, wenns mir zu bunt wurde. In etwa der Hälfte des noch zu gehenden Weges, hörte ich wie einer sagte, dass wir uns auf 3200M befinden würden. Hai, dann fehlen noch deren 500m! Die Oberschenkel brannten, es war hart. Viele setzten sich von Zeit zu Zeit hin….immernoch sah man welche am Wegesrand schlafen. Um mich herum wurde es heller, die Sonne schien schon bald aufzugehen, ich müsste mich beeilen um noch vor Sonnenaufgang den Gipfel zu erreichen. Ich atmete nochmals grob aus und lief mit noch weniger Pausen, noch ein wenig schneller hinauf. Da bin ich nun, halb hinaufgerannt, völlig ausser Puste. Verschwitzt erreichte ich den Gipfel ca. 5-10 Minuten vor dem effektiven Sonnenaufang. Taghell war es nun schon die letzten 20 Minuten. Ich sass mich hin und starrte in Richtung Sonne. Der Ausblick war phänomenal, die Starpazen haben sich gelohnt. unter uns das Wolkenmeer. Da ich mich schon zu früh, zu vieles angezogen habe war ich nun durchgeschwitzt und begann zu frieren. Ich war heilfroh als mir ein Guide einer anderen Gruppe einen Tee anbot. Der Tee tat gut und wärmte mich von innen. Ich sagte mir, ich sollte auf meine Gruppe warten um diesen Moment zu teilen. Ich wusste aber nicht ob sie es alle durchziehen würden. Da war ich nun wartete, atmete aus und genoss den Moment. Immer mehr Leute erreichten den Gipfel. Einige topfit, andere völlig fertig. Ein Asiate (Annahme der Redaktion 🙂) sank neben mir auf seine Knie und brach völlig aufgelöst in Tränen aus. Es brauchte seine fünf Minuten bis er sich fassen konnte. Ich genoss die Stille, hielt zwischendurch einen Schwatz mit verschiedenen Leuten aus allen Herrenländer. Nach ca. dreiviertel Stunden dann kreuzte der erste thailänder aus meiner Gruppe auf. Wir nahmen uns in die Arme und beglückwünschten uns gegenseitig. Dasselbe mit den anderen fünf folgenden. Wir haben es alle geschafft und waren glücklich und stolz.

Dr Weg hinunter zeigte sich dann einfacher als angenommen. Der tiefe Kieselsand bremste gut und so war es so in etwa das Gefühl in nasssm Schnee einen steilen Hang hinab zu rutschen, das können/kennen wir Schweizer ja gut. Ich freute mich so sehr auf die Banana-Pancakes zum Frühstück und trockene Kleidung im Basecamp, dass ich regelrecht den Hang hinunterrannte. In diesem Sinne, wie abgemacht räumte ich nach dem Frühstück zusammen und machte mich bereit um mit meinem Porter nach Sembulan zurückzuwandern. Da die Thai’s ja eine 3Tag/2Nächte Tour gebucht haben, verabschiedete ich mich von ihnen und bedanke mich der gute Wanderfreundschaften. Dann folge ich meinem 20 Jahre jüngeren Träger hinab ins Tal. (Im nachhinein stellte sich heraus, das meine thailändischen Freunde, ihrer Verfassung wegen, ihren Trip auch abgebrochen haben und eine bis zwei Stunden nach mir sich für den selben Weg zurück entwchieden haben). Ich folgte nun also meinem jungen Porte das erst steilste Stück, gleich nach dem Kraterrand richtung Sembalun. Trotz seiner ca. 20kg, verteilt in zwei Körben je an den Enden einer ca. 2 Meter langen Banbusstange, auf dem Rücken und seinem Schuhwerk(FlipFlops) musste ich mich massiv sputen, um ihm hinterher zu kommen. Ein wahnsinniges Tempo schlug er an und ich wollte es mir nicht zugestehen ihn ziehen zu lassen also folgte ich ihm so gut es ging. Nun waren wir inkl. einem ca. halbstündigen Lunchbreak innerhalb von drei Stunden am Ausgangspunkt des Tages zuvor! Haha wir sind regelrecht den Berg hinuntergerannt. Mich störte es nicht, ich war eher froh bald zu Hause zu sein, und eine Dusche nehmen zu können. Ich bedanke mich bei meinem Porter und drückte ihm das vierfache an Trinkgeld in die Hand was ich den anderen vier Portern gegeben habe. Ich glaube nämlich, dass genau dieser Porter mit mir zurück musste, lag daran, dass er der Jüngste war. So entgingen ihm die Trinkgelder der Thailänder. In Sembalun angekommen wurde ich zurück nach Senaru in die Lighthouse Lodge gefahren und nahm Clarissa in die Arme und erzählte mein Erlebtes. Zum Dank dafür erhielt ich eine exellente Fussmassage, welche sich so gut wie…ich finde keine Vergleiche…anfühlte..!

 

Die vier Tage in Senaru, war es meist bewölkt und regnerisch. Der Mount Rinjani zieht die Wolken regelrecht an. Während Christof tapfer den steilen Rinjani erklimmte, genoss ich die Zeit mit lesen und vorbereiten auf Vietnam. Im Reiseführer sowie auf diversen Webseiten im Netz wird ausdrücklich geschrieben, dass die Wanderung nur für trainierte, erfahrene Wanderer mit sehr guter Kondition geeignet ist (max. Alter 45 Jahre). Und somit leider nichts für mich…

Unglaublich aber wahr… auf dieser Reise, habe ich nun in Senaru mein VIERTES Paar Flipflops gekauft! Ich hoffe, diese halten nun für den Rest der Reise…

Lombok (Mangsit), (Unterkunft: Teras Lombok)

Zurück in Mangsit, verbringen wir bei unseren liebgewordenen Freunden erneut zwei Nächte. In Mangsit selber gibts nicht viel, aber wer lecker und günstig essen gehen möchte, sollte unbedingt die Resorts auslassen und zum Warung Paradiso. Direkt am Strand mit Sonnenuntergang und frischem Fisch. Wir planten unsere Weiterreise nach Java, plantschten im Pool, liesen uns massieren und machten unser Postpäcklein in die Schweiz. Leider ist das Paket aus Australien immernoch nicht angekommen 🙁

Ebenfalls erledigten wir gestern die Sache mit unserer Visaverlängerung. Dafür mussten wir zum Kantor Imigrasi. Um 10 Uhr waren wir mit unserem Visaagent Hamka verabredet für einen Fototermin. Am besagten Ort war kein Hamka da, wir riefen an. Wir sollen da bleiben und warten. Nach kurzer Zeit sprach uns ein anderer Typ an: ‚Christof?‘ ‚Yes?‘ ‚I’ll looking for you, Hamka is in Bali, just wait.‘ Dann sendete er ein SMS ‚hello‘. Damit wir seine Nummer hatten. Dann warteten wir, wobei der Typ gar nichts machte und wir uns fragten, ob überhaupt etwas passiert. Nach 1.5h wurden wir aufgerufen und konnten unser Foto machen, Fingerabdruck und Unterschrift. Um 15 Uhr könnten wir unsere Pässe abholen. Dabei sahen wir Agenten, die über 30 verschiedene Pässe in ihren Umhängetaschen mit dabei hatten. In der Zwischenzeit gingen wir essen um kamen pünktlich um 15 Uhr wieder vor der Amt an. Unser neuer ‚Freund‘ war nicht da. Wir erkundigten uns ob wir unsere Pässe haben könnten (only with paper). Da wir keine Papiere hatten, warteten wir. Irgendwann tauchte unser ‚Freund‘ auf. Wir sprachen ihn auf die Papiere an, er meinte nur ‚just wait, no worries, you use no paper with me‘ Also warteten wir erneut. Nach vielen Minuten wars dann soweit und wir hielten wiedereinmal unsere Pässe in der Hand. Juhuuu! Wirklich durchgeblickt haben wir nicht. Im Amt ist ausserdem nichts auf englisch angeschrieben. Es gibt 5 Counter und keine Information. Obs besser währe ohne Agent wage ich zu bezweifeln. Auf Nachfrage benötigen auch die Einheimischen einen Agenten. Keine Ahnung.

Für uns gehts jetzt heute weiter nach Java. Finally!

Kurz und knapp Gili’s
  • die Überfahrt von Bangsal (Lombok) nach Gili Trawangan kostet 15’000 Rp. (public boat) Man kanns natürlich auch teurer haben, Anbieter hat’s wie Sand am Meer und wenn man sich vorher nicht vorbereitet, wird man von denen gekonnt abgefangen, bevor man zum offiziellen Ticketschalter kommt.
  • Gili bedeutet ‚kleine Insel‘
  • Im Landesinnern jeder Gili Insel gibt es einen gigantischen Abfallberg mit dem ganzen Abfall, den die Touristen am Strand in den Resorts verursachen. Dieser wächst und wächst von Tag zu Tag.
  • An manchen Orten steht ‚Turtle Point‘. Man muss aber nicht da schnorcheln um Schildkröten zu sehen – sie sind überall anzutreffen (sagte uns eine Einheimische) – stimmte dann auch.
  • auf allen Gili Inseln gibt es keine richtigen Strassen. Darum unbedingt mit dem Rucksack reisen, Rollkoffer sind absolut fehl am Platz.
  • Es gibt kein Süsswasser auf der Insel (ausser in Plastik Flaschen) darum sind die Duschen und der Pool ebenfalls mit Salzwasser.
  • Fortbewegung: zu Fuss, mit dem Fahrrad oder einem Cidomo (Pferdekutsche/Horsecar)(wobei ich pers. niemals damit fahren würde, da mir die Pferde leid tun.)
  • Die Insel wird auch Gili Tralala genannt (anscheinend weil besoffene Australier den Namen nicht mehr korrekt aussprechen können.)

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