Unser Resumée über 45 Tage Neuseeland

Unser Eindruck über die zwei Inseln ist überwältigend. Es wird wohl die grosse Distanz zu allem sein und die Isolation welche diese vielen verschiedenen Extremen in Sachen Natur ausmachen. Auf beiden Inseln drängen sich die Gegensätze aneinander. Fast stündlich ändert sich die Vegetation. Jeden Tag hiessen uns andere Farben und Szenerien wilkommen. Schliefen wir Nachts noch bei knappen 3 Grad in den neuseeländischen Alpen – erreichten uns nächsten Tag milde Temperaturen am Sandstrand welcher sich uns wiederum in mehr als fünf Arten oder Farbtönen präsentierte. Einmal war er vulkanisch schwarz mit blauem Schimmer dann wieder weisslich gelb mit goldenen Nuancen oder dann komplett aus gelb-violett-grünlichen abgeschliffenen Muschelrückständen. Eines weiteren Tages gelangten wir über ausgehärtete Lavaströme zu rauen Klippen, an welchen sich das Tasmanische Meer über Jahrtausende zu schaffen machte und viele magisch anmutende Hölen aushub. Wurde die Last der Höhlendächer zu stark, stürtzten diese ein und hinterliessen Löcher in der Landschaft mit über 100 Metern Durchmesser und gleicher Tiefe.

Es ist ja vielen bekannt, dass sich sowie die Flora auch die Fauna über die lange Isolation ganz eigen entwickelt hat. Durch das Einschleppen von mehreren „Parasiten“ (Ratten von Schiffen, welche widerum mit den in Australien heimischen Opossums vermeindlich bekämpft werden wollten über entlaufene Hauskanienchen oder Wiesel) wurden viele dieser Arten bis fast zur kompletten Ausrottung gefährdet. Heutzutage findet man überall Fallen welche diese Tiere fangen oder eliminieren sollen, um die heimischen Arten zu schützen. Es wird viel Aufwand betrieben, gefährdete Arten wie z.B den Kiwi, den Takahe, die Wekaralle oder mehrere ihrer fliegenden Artgenossen wieder über beide Inseln zu verbreiten und das spürt man. Auch die Kauri-Bäume werden mittlerweile sehr behütet und geschützt. Es werden Hochwege durch den Dschungel gebaut um die Wurzeln dieser Waldtitane zu schützen und Stationen errichtet, wo man sich die Schuhe waschen muss bevor man den Wald betreten darf.

Es wurden erst seit ca. zwanzig Jahren über beide Inseln mehrere Naturreservate errichtet, welche Interessierten öffentlich zugänglich sind und durch das Department of Conservation „gepflegt und gewartet“ oder eben sich selber überlassen werden. An deren Grenzen oder auch mittendrin gibt es meistens eine schlichte Campingzone, was diesem Land schon ein wenig den Titel Camper-Nation zu verleihen scheint. Es scheint uns der richtige Ansatz zu sein (Camping) das Land mit dieser imensen natürlichen Vielfalt der Welt zu präsentieren.

Aus unserer persönlichen Sichtweise haben wir das Campen in Neuseeland überaus genossen in unserem „Self-Contained“ Campervan (heisst: man besitzt eine eigene tragbare Toilette, Abwassertank). Wir haben alle Ecken Neuseelands, welche wir sehen und spüren wollten erreicht und erkundet. Nach 43 Tagen sind wir aber auch sehr froh wiedermal in normalen Betten zu schlafen und uns nicht mehr so viel bücken zu müssen, um z.B das Bett wieder in den Tisch zu verwandeln und zurück. In windischen und regnerischen Tagen waren wir froh ein festes Dach zu haben und jene nur mit Zelt haben uns leid getan. Nach den ersten Anfangsschwierigkeiten haben wir uns aber ans Campingleben angepasst, sogar einen Rythmus angenommen uns ca. alle drei Tege wiedermal eine warme Dusche gegönnt, den Frischwassertank neu gefüllt und den Grauwassertank geleert.

Die „Grossstädte“ Auckland, Christchurch und Wellington wirken aber gar nicht so gross, verglichen mit europäischen Metropolen. Es ist beinahe ein Wunder, wenn man ein Hochhaus sieht. Die meisten Städte sind provinziell und man fährt sehr lange, bis wiedermal ein Dorf kommt. Meist ist man umgeben von unendlich-scheinenden Feldern und unangetasteter Natur. Aber eines können wir bestätigen: Neuseeland hat wirklich mehr Schafe als die 4,2 Millionen Einwohner und wahrscheinlich auch etwa gleich so viele Camper-Touristen.

Wir sind sehr glücklich, dass wir Neuseeland als Start unserer Reise ausgewählt haben und sind dankbar über diese Erfahrung auf der anderen Seite der Welt.

Unsere Ausgaben (2 Personen) in etwa in CHF: Campervan-Miete inkl. Versicherung: (6000), Flug Zürich-Auckland (2000), Essen (1200), Benzin (1200), Freizeit (800), Campingplatzmiete/Hotel (800), Diverses (500). Total für 45 Tage: 12500/45= CHF 277 pro Tag

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